Aequilibrium – therapeutische Anwendung
Die Störungen des gesunden Selbstbewusstseins als Grundlage der seelischen Stabilität steht im Fokus von Aequilibrium, denn die Wechselwirkung zwischen seelischem und körperlichen Gleichgewicht ist der Ansatzpunkt für meine therapeutische Arbeit, mit weitreichenden Auswirkungen auf die Verhaltensstrategien welche im Unterbewusstsein meiner Patienten verwurzelt sind. Hier zwei Beispiele aus der Praxis.
Eine meiner Patientinnen hatte einen schweren Reitunfall, wobei sie sich die Halswirbel beschädigt hatte. Nach der körperlichen Genesung wandte sie sich an mich, da sie zwar den Wunsch wieder zu reiten hegte, jedoch nicht den Mut hatte es ohne Unterstützung zu tun. Nach einigen Sitzungen hatten wir über die Angst gesprochen und über das Reiten nach meinen Prinzipien. Sie war nun auch zu der Überzeugung gelangt, dass die körperliche Verbindung zum Pferd den höchstmöglichen Unfallschutz bietet, nachdem ein nach hinten verrutschter Reithelm ihr fast das Genick gebrochen hatte, und war nun entschlossen das Reiten von Grund auf neu zu erlernen. Sechs Monate später galoppierte sie ohne Sattel. Sie hatte ihr Gleichgewicht und Selbstbewusstsein wiedererlangt und diese im Vergleich zu der Zeit vor dem Unfall noch deutlich gestärkt.
In einem anderen Fall wandte sich die Mutter eines ca. 10-jährigen Mädchens an mich. Dieses litt an Legasthenie, entsprechend große Schwierigkeiten hatte es in der Schule. Aus diesem Grunde versuchte man durch die Behandlung bei einer Logopädin Abhilfe zu schaffen. Dagegen spricht natürlich nichts, allerdings ist in dieser Situation folgendes passiert: Das Mädchen war in der Schule einem hohen seelischen Druck ausgesetzt und im Leistungsvergleich natürlich an letzter Stelle. Durch die logopädische Behandlung ist es ihr aber nicht gelungen ihre Lage zu verbessern, denn die kleinen Erfolge der Therapie waren im Vergleich zu den Leistungen der Mitschülern nicht messbar. Die Mutter war alleinerziehend und somit in einer angespannten Lebenssituation mit Geldsorgen und wechselnden Beziehungen. Kinder versuchen Spannungen auszugleichen und nehmen mehr auf sich als sie bewältigen können. Meine kleine Patientin wusste sehr wohl, dass sie mit ihrer Schwäche im wahrsten Sinne des Wortes ein Sorgenkind war und versuchte durch gute Miene zum bösen Spiel die Mama zu trösten, wodurch sie sich selbst noch mehr unter Druck setzte. Selbst in ihrer knapp bemessenen Freizeit wurde sie nun während der logopädischen Behandlung wieder auf ihre Schwachstelle fokussiert, ohne eine echte Chance zu haben, dadurch ein mit ihren Mitschülern vergleichbares Leistungsniveau zu erreichen.
Sie liebte Pferde und hatte ein gutes Gespür für die sensiblen Tiere. Das Reiten nach Aequilibrium hatte sie schnell erlernt und damit etwas gefunden, worin sie den meisten Altersgenossen überlegen war. Die neu gewonnene Selbstsicherheit und Lebensfreude beflügelten sie so sehr, dass nun auch die schulischen Leistungen spürbar besser wurden.
